
Der Nordatlantische Leuchtturm in Hanstholm
Diesen Sommer präsentiert das Nordatlantische Leuchtturmzentrum in Hanstholm Everything Soft Slowly Turned to Bone, die erste Ausstellung von Hughes’ Werken in Dänemark. Ihre Gemälde sind stille Zeugnisse der Veränderung – von Landschaften, die sich auflösen und neu formen, von Erinnerungen, die in etwas weniger Greifbares übergehen. Sie ist eine Sammlerin von Spuren: verblasste Fotografien, Gesteinsfragmente, skelettierte Überreste von Orten, die einst ganz waren.
Es gibt einen Moment, in dem etwas zerfällt – in dem das, was einst biegsam war – weich, nachgiebig – aushärtet und sich in etwas ganz anderes verwandelt. Eine Ruine ist niemals nur eine Ruine; sie ist ein Zeugnis von Bewegung, von verschiebendem Boden, von der langsamen Arbeit der Erosion. In diesem Terrain bewegt sich Jane Hughes. Landschaften verschieben sich. Knochen treten hervor. Die Vergangenheit bleibt nicht begraben.
Diesen Sommer präsentiert das Nordatlantische Leuchtturmzentrum in Hanstholm Everything Soft Slowly Turned to Bone, die erste Ausstellung von Hughes’ Werken in Dänemark. Ihre Gemälde sind stille Zeugnisse der Veränderung – von Landschaften, die sich auflösen und neu formen, von Erinnerungen, die in etwas weniger Greifbares übergehen. Sie ist eine Sammlerin von Spuren: verblasste Fotografien, Gesteinsfragmente, skelettierte Überreste von Orten, die einst ganz waren.
Es gibt Bilder – Ruinen, vom Meer gezeichnete Klippen, Moos, das über Steine kriecht – aber sie kommen nie vollständig zur Ruhe. Sie verschieben sich, verwischen, lösen sich in Abstraktion auf, nur um dann wieder Form anzunehmen. Hughes interessiert sich für das, was bleibt: die heiligen Quellen, die vergessenen Wälder, die Inseln, die einst ganze Zivilisationen trugen und heute nur noch ihre Geister beherbergen. Sie ist fasziniert von Fossilien, von ihrem plötzlichen Auftauchen, das belegt, dass etwas einst existierte. Die geschwungenen Formen, die in ihren Gemälden wiederkehren, stammen von Fossilien, die sie auf den Aran-Inseln gefunden hat – Relikte prähistorischer Wesen, eingebettet im Gestein. Sie treiben von einem Bild zum nächsten – als Echos und Umrisse von Erinnerung.
Hughes arbeitet mit Farbe wie eine Archäologin mit Erde – Schicht für Schicht legt sie frei, was knapp unter der Oberfläche liegt. Sie komponiert ihre Gemälde wie ein Puzzle, bei dem die Hälfte der Teile fehlt, und erschafft aus Fragmenten ein stimmiges Ganzes. Sie interessiert sich für die tiefe Zeit, für das gewaltige Ausmaß der Geschichte vor uns, für die Glaubenssysteme und Rituale derjenigen, die diese Landschaften lange vor uns durchquerten.
Und dennoch wirken ihre Bilder nicht wie Reliquien. Es gibt Bewegung hier, einen Puls unter der Oberfläche. Es gibt Farben – nicht die verwaschenen Töne der Nostalgie, sondern etwas Satteres, Drängenderes. Hughes rekonstruiert nicht die Vergangenheit; sie durchwandert sie, löst die Grenzen zwischen Erinnerung und Geografie, zwischen Zugehörigkeit und Distanz auf.
Über die Künstlerin
Jane Hughes (geb. 1984, Irland) lebt und arbeitet in Finnland, nachdem sie über ein Jahrzehnt in Berlin verbracht hat. Sie ist vor allem Malerin, arbeitet aber auch mit Zeichnung, Skulptur und Installation. Sie sucht stets nach dem, was zurückbleibt.
Seit 2005 stellt sie international aus – begonnen mit einer Gruppenausstellung in den Niederlanden während ihres Studiums. Zu ihren aktuellen Einzelausstellungen gehören We Gulp Dark Moons (Galleria Napa, Finnland, 2024), These Fragments I Have Shored Against My Ruins (TM•Gallery, Helsinki, 2023) und Architecture of Emotions (Custom House Studios, Irland, 2018). Ihre Werke wurden in Gruppenausstellungen in Museen und Galerien in Irland, Deutschland, Schweden, Frankreich, Lettland, Russland und darüber hinaus gezeigt.
Sie nahm an Künstlerresidenzen an Orten mit eigener Geschichte teil, darunter Tyrone Guthrie Centre (Co. Monaghan, Irland, 2022), Áras Éanna Arts Centre (Inis Oírr, Irland, 2021) und Stundars Museum (Finnland, 2015). Sie studierte an der Aalto-Universität in Helsinki, der UDK in Berlin und dem National College of Art & Design in Dublin.
Ihre Gemälde befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter die irische Staatssammlung (Außenministerium), die Finnische Nationalgalerie, der Krankenhausdistrikt Helsinki und Uusimaa sowie die National Irish Visual Arts Library.
Ihre aktuelle Arbeit wird 2025 freundlich von der Alfred-Kordelin-Stiftung (Finnland) unterstützt.
Instagram: @janehughes_artist
Website: https://janehughes.ie
Die Ausstellung wird unterstützt von der Alfred-Kordelin-Stiftung.
Veranstaltet vom Nordatlantischen Leuchtturm in Hanstholm.